Mittwoch, 10. Februar 2016

Mozzarella wie von de Cheffe

Das wollte ich schon lange mal ausprobieren: Mozzarella selbst machen. Außer Milch braucht man noch Lab und Zitronensäure, beides bekommt man im Käsereibedarf oder in der Apotheke. Und da heute bei dem Dreckwetter sowieso keine großen Aktivitäten anstanden, konnte der Versuch starten.




Am Milchautomaten habe ich unterwegs beim Einkaufen größere Mengen frische Milch geholt. (Blöd, wenn man nicht mehr so ganz genau weiß, wieviel für das Rezept nötig ist. Aber die kommt unter...) Ich hatte mir dieses Rezept vorher ausgesucht, weil sich die Herstellung hier relativ einfach gelesen hat.


Zuerst wurde bei mir der Bruch nicht so richtig fest. Da aber die Angabe 1/4 TL Lab auch etwas vage ist, habe ich noch mal genau so viel Lab mit etwas Wasser angerührt und dann hat es funktioniert. Ich denke jedenfalls, dass es so aussehen soll.

Am Schluss wird der Bruch in die heiße Molke getaucht, herausgeholt und geknetet, wieder getaucht, geknetet usw. Dann entsteht auch die für den Mozzarella typische "zähe" Konsistenz und man kann ihn zu glatten Bällen formen. Das konnte ich leider nicht fotografieren, da ich ja beide Hände voll zu tun hatte.


Das Ganze ist nicht kompliziert und ich finde es immer interessant zu wissen, wie die Lebensmittel denn genau hergestellt werden. Vom Aufwand her ist es überschaubar, ich habe inklusive Wartezeiten noch nicht mal eine Stunde dafür gebraucht.
Aus 3,75 Litern Milch habe ich ziemlich genau 350 g Mozzarella heraus bekommen. Preislich stellt sich das folgendermaßen dar: 3,75 l Milch x 0,7€/l sind 2,63 € plus Zitronensäure (hatte ich noch im Großgebinde) plus Lab (kann ich nur schätzen, max. 0,5 €) sind insgesamt 3,13 €. Energie und Zeit rechne ich jetzt mal nicht.

Der Käse ist ziemlich mild (logisch, da ungesalzen) und relativ fest (quitscht beim Kauen). Etwas lockerer wird er laut Rezept, wenn "man den Käsebruch nicht zu fest werden lässt und später nicht zu viel knetet."
Aber ich weiß, was drinnen ist und es wurde kein Plastik dabei verwendet. Außerdem geht ja auch das Gerücht um, dass für Büffelmozzarella die männlichen Kälbchen getötet werden. Sollte das stimmen, wäre das noch mal ein großer Pluspunkt.

Schön ist auch, dass man  die Größe der Kugeln selbst bestimmen kann. Von miniklein bis groß ist alles machbar. Im Internet habe ich sogar geflochtene Mozzarella-Zöpfchen gesehen. Mini-Mozzarellas zum Einlegen wären doch sicher auch eine gute Idee...

Ich lege die Kugeln jetzt noch mal in ein Sahne/Wasser-Gemisch, damit sie sich schön frisch halten.
Buon appetito!

Ich schicke diesen Post sehr gerne zu der Linkparty: einfach.nachhaltig.besser.leben. Hier finden sich viele tolle Ideen, wie man im Alltag Plastik sparen kann.

Kommentare:

  1. Hallöchen ,
    dies sieht ja wirklich sehr interessant aus, das für Buffalo Kälber getötet werden, ist ja schaurig wenn dies stimmt, Hilfe ich esse diesen so gerne,
    nun ist mir der Appetit vergangen
    Vielen Dank für das Rezept, ich werde es bei Gelegenheit gerne einmal ausprobieren
    Liebe Grüße Marika

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    1. Ich habe zumindest davon gelesen. Guck beispielsweise mal hier:
      http://www.zeit.de/2015/02/bueffelmozzarella-wasserbueffelfarm-italien
      Liebe Grüße
      Juttta

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  2. Hallo!

    Was für ein tolles Rezept, das werde ich mir gleich abspeichern. Mozarella bekommt man eh so gut wie gar nicht ohne Plastikverpackung!

    Hättest Du nicht Lust das Rezept zur Linkparty einfach.nachhaltig.besser.leben zu verlinken?

    Alle Infos samt Link zur aktuellen Linkparty findest Du hier
    https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/a-linkparty-einfach-nachhaltig-besser-leben/

    lg
    Maria

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    1. Sehr gerne, das kenn ich ja noch gar nicht.
      LG Jutta

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    2. Hallo Jutta!

      Wie schön, dass Du meiner Einladung gefolgt bist.

      Nachdem Plastikvermeidung auch immer wieder Thema von einigen Beiträgen ist, wirst Du sicher einiges Interessantes dabei finden.

      Die Linkparty feiert nun bald ihren ersten Geburtstag!

      lg
      Maria

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  3. Fast genauso mache ich das auch. Als ich den letzten Versuch für ein Tutorial unternommen habe, ist der Morzzarella nichts geworden. Da hat es gestürmt und gewittert, was den Bruch kippen lassen kann, wie ich jetzt weiß ;) Also nur bei schönem Wetter käsen ^^

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  4. Eine Frage: was konntest Du mit den (vielen) Resten der Produktion machen? 3,75 Liter zu 350 Gramm ist ja doch unglaublich viel Verlust, wenn der Rest nicht gut verwertbar ist. Ist der Rest Molke???

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    1. Man bekommt tatsächlich nur 350 g Käse aus der Milch. Ist ja auch irgendwie logisch, dass aus 3,75 l Flüssigkeit nur rund 1/10 Feststoff wird. Sozusagen eine Verdichtung. Es bleibt ansonsten lediglich Molke übrig.
      LG Juttta

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  5. Oh spannend, über Mozzarella hab ich auch schon lange nachgedacht. Aber irgendwie trau ich mich nicht dran. Dabei klingt es eigentlich ganz gut machbar, nachdem was du schreibst.
    LG Zora

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  6. Hallo, das Rezept hört sich spannend an. Womit ich allerdings ein Problem habe, ist die "Zitronensäure". Denn ich habe im folgenden Artikel gelesen, dass Zitronensäure in konzentrierter Form extrem gesundheitsgefährdend ist:
    http://www.zentrum-der-gesundheit.de/zitronensaeure.html
    Kann man statt dessen vielleicht Zitronensaft nehmen?
    LG Annabella

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    1. Liebe Annabella, dient dazu, die Milch zum "Ausfällen" zu säuern. Im Rezept wird angemerkt, dass Zitronensaft nicht funktioniert. Da kann ich dir leider nicht weiterhelfen. Sorry!
      LG Jutta

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  7. Danke für das Rezept, das werde ich gelegentlich auch mal ausprobieren - spätestens wenn's im Garten wieder Tomaten gibt :-)

    Aber das mit der Tötung der männlichen Kälber für Büffelmozzarella ist eine Fehlinterpretation, das geschieht bei jedem Käse, ob nun Büffel oder Kuh und egal ob Mozarella, Camenbert oder Gouda:
    - Für jeden Käse, der mit Kälberlab gemacht wird, müssen Kälber sterben, weil man sonst nicht an das Lab kommt
    - wenn man schon Kälber schlachten muss, dann die männlichen, da die ja später keine Milch geben können
    - auch wenn für den Käse kein echtes Lab verwendet wird, sondern mikrobielles, werden die männlichen Kälber geschlachtet, spätestens kurz vor Erreichen des Erwachsenenalters ("Schlachtgewicht"). Denn was soll man sonst mit ihnen tun? Für die Zucht braucht man nicht so viele und Milch geben sie keine, also...
    Klar werden sie dann nicht gleich im "Säuglingsalter" geschlachtet, aber trotzdem wesentlich eher als Kühe.
    Das sind die harten Realitäten. Wenn man das nicht will, muß man sich wohl entschließen, Veganer zu werden.

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