Montag, 22. Februar 2016

Flache Kuchenlagen: Hex', hex'

Wahrscheinlich bin ich mal wieder die Einzige, die das bisher noch nicht kennt. Als ich heute bei der Dramaqueen über Backringe aus Stoff gelesen habe, war ich elektrisiert. So etwas gibt es?? Wofür braucht man die denn???? Ach, damit die Kuchenlagen beim Backen nicht häßlich kuppelförmig, sondern wunderbar eben aufgehen!! Ach so? Ahaaa!!

Plötzlich erschien mir mein Leben weniger bunt, wenn ich nicht auch solch tollen Backringe aus Stoff hätte;-) Allerdings sind 20 € plus Versandkosten auch kein Pappenstiel. Andererseits backe ich ja auch gar nicht so oft und so gerne... Aber die Dinger aus dem Shop sahen so schön aus und flüsterten die ganze Zeit: Kauf mich!

Hmm, die Backringe sahen jetzt nicht allzu kompliziert aus und eine Internet-Recherche ergab, dass sie das tatsächlich auch nicht sind. Manche Leute nehmen einfach einen nassen Stoffstreifen, manche wickeln nasses Zeitungspapier in Alufolie - das Prinzip scheint also bekannt zu sein. Aber das Auge backt doch mit!!!
 
Nach längerem Grübeln beschloss ich, als  Kompromiss die Backringe selbst zu machen. Geld gespart, Stofflager abgebaut und trotzdem das tolle Gimmick bekommen. Ha, winwinwin-Situation!!































Falls noch jemandem außer mir die Anwendung von Backringen nicht geläufig ist:
Den Teig in die Kuchenform füllen. Den Backring unter den Wasserhahn halten und richtig nass machen. Auswringen und um die Kuchenform legen, mit der Schlaufe fixieren. Kuchen wie gewohnt backen.































Natürlich habe ich auch gleich mal einen Probekuchen gebacken. Und was soll ich sagen: Es funktioniert wirklich. Jetzt steige ich auch in die gehobenere Back-Liga auf. Gewußt wie....

Hier ist das Tutorial:

Für eine Springform (26 cm) braucht man

Außenstoff: 2 mal 8 x 95 cm

Futter: 5 x 85 cm Frottee oder ähnliches (z.B. aus einem alten Handtuch)

Schlaufe: 1 mal 8 x 8 cm


- Für die Schlaufe den Stoff an den Längskanten an beiden Seiten je 2 cm nach links bügeln, zusammenklappen und noch mal bügeln. Man erhält so ein Stück 8 x 2 cm. Rechts und links entlang der langen Kanten absteppen.
- Den 8 cm langen Streifen links auf rechts auf einen Außenstoff legen (beide schöne Seiten sind oben!). Der Abstand zum seitlichen Rand ist ca. 10 cm. Ganz am Rand mit Zickzack-Stich anheften.
- Den Frotteestreifen auf die linke Seite eines Seitenstreifens mittig auflegen. Ich habe einfach an einigen Stellen mit Klebestift nach fixiert.
- Nun die Streifen in Position legen: Außenstoffe rechts auf rechts zusammenlegen, mit Stecknadeln fixieren und beide Längskanten 1 cm breit absteppen. Wenden und bügeln. Die Nahtzugaben an den kurzen Kanten 1 cm nach innen legen und die Kanten ebenfalls absteppen. Wer will, kann noch einmal längs durch die Mitte steppen oder mit Zierstichen nähen, um den Frotteestreifen endgültig zu fixieren. Dabei unbedingt die Schlaufe auslassen.


Für eine Springform mit einem anderen Durchmesser ergeben sich die Maße wie folgt:
Außenstoff: Breite: Umfang plus 12 cm; Höhe: Randhöhe plus 2 cm

Frotteestoff: Breite:Umfang plus 5 cm; Höhe: Randhöhe minus 1 cm

Schlaufe: Breite: 8 cm; Höhe: Randhöhe plus 2 cm



Was dienstags sonst noch so kreativ gewerkelt wird, könnt ihr bei Creadienstag , Handmadeontuesday , Dienstagsdinge und Meertje sehen. 

Kommentare:

  1. Also ich gehöre bzw gehörte nach diesem tollen Post ja nun nicht mehr zu den unwissenden Buckeltortenbodenbackerinnen, so ein Stoffstreifen wandert gleich auf meine Too do Liste.Vielen Dank dafür und herzliche Grüße Karen

    AntwortenLöschen
  2. Hej, das ist ja klasse!! Wenn mir nun mal ne Größe fehlt, werd ich das unbedingt nachmachen :-))
    Ganz liebe Grüße
    Barbara

    AntwortenLöschen
  3. Was es nicht alles gibt. *staun*. :D Man lernt doch nie aus.

    Viele Grüße
    Margrit

    AntwortenLöschen
  4. Hallöchen,
    ne die kenne ich nun wirklich auch nícht, sieht sehr interessant aus, ich kann mir nun ehrlich nicht vorstellen, die Wirkung,
    gut probieren ist besser als studieren
    Danke für deine Anleitung
    ich wünsche dir noch einen schönen Abend Liebe Grüße Marika

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ohne den Backring wird die Außenseite des Kuchens schneller heiß als das Innere und stockt dabei eher. Das Innere ist noch nicht so heiß und kommt höher, bevor das Eiweiß stockt. Dadurch entsteht die Kuppelform.
      Der Backring kühlt nun die Außenseite anfangs etwas, so daß der Kuchen sich über Ober- und Unterseite gleichmäßig erwärmt und so auch gleichmäßig hochkommt.
      So einfach isses :-)

      Löschen
    2. Genau, so isses!! Danke für die Erklärung!
      LG Jutta

      Löschen
  5. also ich hab von Backringen noch nie nix gehört - again what learned ... was ich mich aber frage: wird es dem Stoff im Backofen nicht zu heiß ?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich bin ja kein Experte, aber so wie es aussieht, klappt das mit Stoff gut. Kann sein, dass der Stoff irgendwann ermüdet, aber das weiß ich nicht genau. Ich werde berichten ;-)
      LG Jutta

      Löschen
  6. Hallo!

    Davon habe ich auch noch nie gehört oder gelesen. Also nein, Du bist nicht die Einzige ;-)

    Deine Lösung finde ich sehr genial, genau mein Ding uwyh - perfekt gelöst!

    lg
    Maria

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Was heißt denn uwyh? Schon wieder was, was ich nicht kenne ;-)
      LG Jutta

      Löschen
    2. Use What You Have - verwende das, was Du bereits zu Hause hast statt etwas neu zu kaufen :-)

      lg
      Maria

      Löschen
  7. Hallo Jutta!
    Da war wohl auch ich im Tal der ahungslösen Kuchenbäcker :-). Danke für das Tutorial. Auch wenn nun der Tortenring viel schöner aussieht, bin in noch nicht so sicher, ob ich sowas brauche, bin eher von der Blechkuchenfraktion. Aber vielleicht gibts ja wiedermal die Notwendigkeit einer Torte... Auf alle Fälle Danke fürs Tutorial.
    Herzliche Grüße, Désirée

    AntwortenLöschen
  8. Liebe Jutta, mir gings wie dir!! ;-)
    Noch nie was von Stoffbackringen gehört!!
    Und auch bei Dramaqueen das erste Mal davon gelesen. Leider hatte ich dann nur keine Zeit zu recherchieren.
    Aber dank dir, bin ich ja nun bestens informiert und habe auch noch eine DIY-Anleitung dazu.
    Danke dir und GLG, Monika

    AntwortenLöschen
  9. Huhu,
    ich habe einen Nachtrag bezüglich der Socken auf den Blog gestellt. Du hattest ja gefragt.

    Viele Grüße
    Margrit

    AntwortenLöschen
  10. Wow ist das cool. hab ich bisher nicht gewußt. Wird unbedingt nachgenäht.
    LG Silvi

    AntwortenLöschen